Praxis und Durchführung von Lupus-Antikoagulanzien-Tests: A single centre experience

Einleitung: Lupus Antikoagulans (LA) ist ein bekannter Risikofaktor für Thrombose. Die korrekte Diagnose von LA ist für das Patientenmanagement mit Antikoagulation von entscheidender Bedeutung. Ziel dieser Studie war es, die klinischen und labortechnischen Merkmale von Patienten zu dokumentieren, die auf LA getestet wurden, und die bestehenden LA-Testmethoden in unserem Labor zu bewerten, um die Leistung der LA-Testinterpretation und -berichterstattung zu verbessern.

Methoden: Zu den Tests für LA gehören die verdünnte Russell’sche Viperngiftzeit (dRVVT) und die Kaolin-Gerinnungszeit (KCT). Patienten mit einem LA-Verhältnis (dRVVT-Screen-Verhältnis/dRVVT-Bestätigungsverhältnis) von ≥1,2 wurden unabhängig von den KCT-Ergebnissen als LA-positiv eingestuft. KCT wurde als positiv betrachtet, wenn eine Verlängerung des KCT-Screening-Tests auftrat, die beim Mischen mit normalem Plasma nicht korrigiert wurde.

Ergebnisse: Von den Ergebnissen der 577 Patienten waren 295 normal, 178 waren KCT-positiv mit negativer dRVVT und 104 waren LA-positiv. Bei 13 %, 16 % und 44 % der normalen Patienten, 9 %, 22 % und 49 % der KCT+-Patienten und 23 %, 37 % und 17 % der LA+-Patienten traten Thrombosen, Bindegewebserkrankungen (CTD) und negative geburtshilfliche Ereignisse auf. Bei der weiteren Auswertung der dRVVT-Screening-Verhältnisse hatten 431 ein Verhältnis von <1,1, 59 ein Verhältnis zwischen 1,1 und 1,2 und 87 ein Verhältnis von >1,2. Positive LA-Ergebnisse wurden bei 3 %, 29 % und 87 % der Patienten mit dRVVT-Screening-Verhältnissen von <1,1, 1,1 – 1,2 bzw. >1,2 gefunden.

Schlussfolgerung: LA+-Patienten hatten eine höhere Inzidenz von Thrombosen und CTD im Vergleich zu normalen und nur KCT-positiven Patienten. Bei den klinischen Merkmalen gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen normalen und KCT+-Patienten, was auf eine hohe Rate falsch-positiver KCT-Ergebnisse schließen lässt. Da Bestätigungstests für KCT nicht weit verbreitet sind, sollte die Möglichkeit eines anderen LA-Screening-Tests in Betracht gezogen werden. Im Hinblick auf dRVVT-Tests sollte ein Bestätigungstest nur bei Patienten mit verlängerten dRVVT-Screening-Ergebnissen durchgeführt werden, die beim Mischen mit normalem Plasma nicht korrigiert wurden, wie in den Richtlinien der International Society of Thrombosis and Haemostasis für LA-Tests gefordert. Diese Praxis wird nicht nur zu einer erheblichen Kostenreduktion führen, sondern auch diagnostische Verwirrung vermeiden.

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