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„Kultur“ ist eines der vagen und verwirrenden Wörter in der englischen Sprache. Ist chinesische Kultur zum Beispiel chinesisches Essen oder chinesische Filme? Das Wort „China“ ist an und für sich schon verwirrend.

Was die Wissenschaftler wissen, ist, dass der Wortschatz der Kultur wächst. Von einem Begriff, der sich auf Hochkultur versus Volkskultur und Massenkultur versus Populärkultur beschränkte, gibt es jetzt einen Begriff, der an eine Reihe von Begriffen angehängt ist, die Sub- und Gegenkulturen beschreiben, wie z.B. Sportkultur und Schwulenkultur. An den Hochschulen gibt es inzwischen ganze Abteilungen, die sich mit der Förderung von Multikulturalismus und Vielfalt aller Art befassen. „Kultur“, was auch immer das bedeutet, ist auf dem Vormarsch.

Erwähnungen des Wortes „Kultur“ über den Google Books Ngram Viewer:

Erleben wir einen Kulturschock? Wahrscheinlich, aber das ist nichts Neues. Die ersten portugiesischen und spanischen Entdecker, die um die Welt segelten, waren wahrscheinlich überrascht, auf Eingeborene mit ganz anderen Überzeugungen und Verhaltensweisen zu treffen.

Was sich jedoch schnell ändert, sind die Methoden, mit denen Massenkultur produziert und Populärkultur konsumiert wird. Genau das ist der Unterschied. Massenkultur ist etwas, das produziert wird, und Populärkultur etwas, das konsumiert wird.

Regierungen, multinationale Unternehmen und Einzelpersonen haben die Möglichkeit, die Menschen mit Webtechnologien wie Blogs, YouTube und Twitter schneller als je zuvor zu beeinflussen. Und jeder einzelne Bürger hat jetzt mehr Einfluss bei der Wahl der Populärkultur in Form von SMS-Abstimmungen für American Idol, Instagram-Likes und Reddit-Upvotes.

Ich bin gespannt, wie sich die Populärkultur entwickelt. Es ist unwahrscheinlich, dass sich die Massenkultur jenseits ihrer primären Medien stark verändert, weil sie auf der Aufrechterhaltung von Ignoranz, Unterdrückung und Passivität beruht. Letztere, die „Kultur“, bedeutet hingegen eine Chance, zu wachsen, sich zu entwickeln und die Gegenwart zu verändern.

In den USA gibt es eine Reihe von Institutionen, die starke Produzenten von Populärkultur sind, wie Disney, Universal Studios und Warner Music Group. Doch diese Institutionen stehen vor unruhigen Zeiten. Wesentliche Zeichen des Wandels sind das YouTube Music Services Agreement und auch das, was Y Combinator als „Hollywood 2.0“ bezeichnet:

Im Jahr 2014 erlebten die Filme ihren schlechtesten Sommer seit 1997. Genauso wie zukünftige Prominente wahrscheinlich nicht mit Talentagenturen anfangen werden, werden zukünftige Inhaltskonsumenten Inhalte online statt im Kino sehen, und wahrscheinlich auf ganz andere Weise.

Prominente haben jetzt direkte Beziehungen zu ihren Fans. Sie können auch Inhalte auf neue Art und Weise verbreiten.

Es gibt mit ziemlicher Sicherheit riesige neue Unternehmen, die als Teil dieses Wandels entstehen werden.

Ich stimme zu. Die Bereiche Unterhaltung und Populärkultur werden nicht verschwinden, aber sie verschieben sich bereits, was die Kontrolle angeht. Meine Hoffnung ist, dass diese Verschiebung die Produzenten großartiger Inhalte und die Fans, die sie verehren, weiter stärken wird.

Tags: Kultur

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