Die Dockyards

6. April 201727. Oktober 2019Von Victor RouăIn GeschichteAntikeMittelalterNordmännerWikinger

Odin (im Altnordischen ursprünglich als Óðinn und im Altenglischen als Wōden bekannt) ist eine der wichtigsten Gottheiten der nordischen Mythologie. Er gehört zum Æsir-Zweig der Götter zusammen mit (unter anderem) Frigg (seine Frau; die Göttin der Weisheit), Baldr (sein Sohn mit der Göttin Frigg; Gott der Gerechtigkeit), Thor (sein Sohn; der Gott des Blitzes) oder Týr (Gott des Ruhmes).

Odin ist der Gott des Wissens, der Poesie und der Weisheit, der in der altnordischen Literatur im Allgemeinen als ein einäugiger, langbärtiger, einsamer Wanderer unter den Sterblichen beschrieben wird, der gelegentlich als Reisender oder Barde Glück bringt. In Walhalla, dem mythischen Reich, das unter seiner Herrschaft steht, wird er in denselben Quellen als mächtiger Herrscher unter seinesgleichen erwähnt, der auf seinem großen Thron sitzt, seinen von den Zwergen gefertigten Speer (Gugnir genannt) schwingt und von seinen beiden Wölfen (Geri und Freki; beide bedeuten entweder „der Gefräßige“ oder „der Gierige“) und zwei Raben (Huginn und Muninn; bedeuten „Gedanke“ bzw. „Geist“), die regelmäßig Midgard, das Reich der Menschen in der nordischen Kosmologie, auskundschaften.

‚Odin reitet nach Hel‘ des englischen Künstlers W.G. Collingwood. Bildquelle: www.commons.wikimedia.org

Odin war eine zentrale Gottheit, die von den Nordmännern sowohl in der späten Eisenzeit als auch in der Wikingerzeit verehrt wurde, da er angeblich für die Gabe des Lebens, die Erschaffung des Runenalphabets (oder „Futhark“) und folglich der Poesie und Literatur verantwortlich war (tatsächlich wird er als Urheber aller Sprichwörter und Redensarten der Hávamál angesehen). Es heißt, dass er auf seinen Streifzügen oft nach mehr Wissen strebt und manchmal auch den so genannten „Met der Poesie“ erhält, ein legendäres Getränk, das die Intelligenz exponentiell steigert und bei der Lösung von Problemen und Rätseln helfen kann. Darüber hinaus war Odin eng mit den früheren Julfesten verbunden (aus denen später das heutige Weihnachtsfest hervorging).

Auch in den Mythologien anderer germanischsprachiger Völker, die sich von der Römerzeit bis zur Völkerwanderungszeit erstrecken, wird er erwähnt. Sein Name findet sich in vielen Variationen und Formen im Altnordischen, und es ist bekannt, dass er in mehreren alten ostgermanischen Sprachen (wie Gotisch, Langobardisch oder Burgundisch) sowie im Angelsächsischen, Altsächsischen und Althochdeutschen erwähnt wurde. In der Geschichte der Angelsachsen und der Langobarden nahm Odin einen privilegierten Platz unter den von beiden verehrten Gottheiten ein, da er die mythische Gründungsfigur ihrer Königtümer war.

Dokumentationsquellen und externe Links:

  • Odin, nordische Gottheit auf www.britannica.com
  • Odin auf www.norse-mythology.org
  • Aesir, skandinavische Mythologie auf www.britannica.com
  • Walhalla, nordische Mythologie auf www.britannica.com
  • Angelsächsische Menschen auf www.britannica.com
  • Angelsächsische Literatur auf www.britannica.com
  • Von Thor bis Odin: ein Führer zu den nordischen Göttern auf www.theguardian.com

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