Ausbruch der Beulenpest in Madagaskar nicht über internationale Einreisepunkte verbreiten

Im August 2017 meldeten die Gesundheitsbehörden in Madagaskar deutlich mehr Beulenpestfälle* als bei früheren jährlichen Ausbrüchen. Die Beulenpest ist in den ländlichen Teilen des Landes endemisch. Menschen können sich mit Beulenpest infizieren, wenn sie von Flöhen gebissen werden, die von Nagetieren übertragen werden. Oft als gefürchtete Krankheit der Vergangenheit betrachtet, treten Ausbrüche der Beulenpest immer noch in Teilen der Welt auf, in denen Nagetiere häufig in engen Kontakt mit Menschen kommen.

Mit Beginn des Herbstes wuchs die Beunruhigung, als neben der Beulenpest auch immer mehr Fälle von Lungenpest in Städten entdeckt wurden. Die Lungenpest ist viel seltener und tödlicher und kann, anders als die Beulenpest, von Mensch zu Mensch übertragen werden. Am 6. Oktober gab die CDC Travelers‘ Health eine Reisewarnung der Stufe 2 für Madagaskar heraus. Angesichts der großen Zahl von Reisenden und Waren, die die Grenzen überqueren, war die internationale Gemeinschaft besorgt, dass Flüge und Schiffe, die Madagaskar verlassen, die Pest in andere Länder tragen könnten.

*Der Anstieg der Fälle könnte zum Teil auf eine sensible Falldefinition und die Beibehaltung von „Nicht-Fällen“, die immer noch als Verdachtsfälle eingestuft wurden, zurückzuführen sein.

Die Beulenpestpandemie, die weithin als „Schwarzer Tod“ oder Große Pest bekannt ist, entstand 1334 in China und verbreitete sich entlang der großen Handelsrouten nach Konstantinopel und dann nach Europa, wo sie schätzungsweise 60 % der europäischen Bevölkerung das Leben kostete.

DGMQ bietet Fachwissen in den Bereichen Hafenüberwachung, Vorsorge und Reisemedizin

Mitglieder des Ausreisekontrollteams der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereiten sich auf den Flug vom internationalen Flughafen Ivato in Madagaskar vor.

Die mit der Lungenpest verbundenen Risiken für die öffentliche Gesundheit veranlassten die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die CDC um technische Unterstützung zu bitten. Die Mitarbeiter der DGMQ, die über umfangreiche Kenntnisse darüber verfügen, wie sich Infektionskrankheiten durch Reisen in andere Länder ausbreiten können, wurden rasch entsandt, um gemeinsam mit den Pestexperten der Abteilung für vektorübertragene Krankheiten die Lage vor Ort in Madagaskar zu bewerten. Das Fachwissen der DGMQ in den Bereichen Ausreise- und Einreisescreening, sektorübergreifende Zusammenarbeit an den Einreisehäfen im Rahmen von Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit und Strategien zur Einbindung globaler Partner beruht auf jahrelanger Erfahrung in der Prävention von Infektionskrankheiten, in der Reisemedizin und im Gesundheitsschutz an den Grenzen sowie auf den Erkenntnissen, die bei der Reaktion auf die jüngsten Ebola- und Zika-Epidemien gewonnen wurden.

Kurz nach ihrer Einberufung evaluierten die Mitarbeiter der DGMQ gemeinsam mit der WHO und madagassischen Gesundheitsbehörden die Ausreisescreening-Aktivitäten an den sieben Einreisehäfen des Inselstaates (einschließlich Flug- und Seehäfen). Im Anschluss an die Bewertung führten Mitarbeiter der DGMQ am internationalen Flughafen Ivato Schulungen und technische Unterstützung durch. Empfehlungen für berührungslose Thermometer und persönliche Schutzausrüstung wurden an die Flughafenbehörden und die Kontrolleure weitergegeben. Das DGMQ-Team gab auch Ratschläge zur Überwachung der Entwicklung des Ausbruchs und zur Anpassung der Ausreisescreening-Maßnahmen an die Zahl der in der Gemeinschaft gemeldeten Fälle.

Auswirkungen des Programms

Die DGMQ-Mitarbeiter boten eine fachkundige Bewertung und Anleitung, die die Bedürfnisse der verschiedenen Interessengruppen sorgfältig ausglich und gleichzeitig die Menschen davor schützte, sich bei Reisen nach und aus Madagaskar mit der Pest anzustecken oder sie zu verbreiten. Am 25. November 2017 gab die WHO bekannt, dass das madagassische Gesundheitsministerium den Ausbruch der akuten Lungenpest für eingedämmt erklärt hatte.

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